Auftritt von Daniel Sander anlässlich der Medienrevue "Avanti Dilettanti" - www.daniel-sander.de
22. September 2017


 

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Auftritt von Daniel Sander anlässlich der Medienrevue "Avanti Dilettanti"

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
meine lieben Freundinnen und Freunde der Freiburger Medien,

meine Berater haben mich angefleht – Sing’ nicht!

Erstens kannst Du’s nicht – und zweitens macht das sicher schon der Gernot Erler.

Dann haben sie mir die Blockflöte auch noch ausgeredet. Vielleicht auch besser für mich.

Und vor allem für Sie.

Statt ein Kunststückchen vorzuführen, will ich Ihnen etwas vorlesen.

Es ist ein kurzes Kapitel aus dem Manuskript meiner politischen Autobiographie.

Sie hat den Arbeitstitel: „Freiburgs Zukunft ist gut für alle!“

In diesem Kapitel hier beschreibe ich einen Tag im Wahlkampfsommer 2009.

4.30 Uhr: Hatte einen Alptraum: Vier Weinfeste eröffnen gleichzeitig und ich muss mich auf allen sehen lassen.

Kann nicht mehr schlafen. Schaue mir im Internet die neuesten Umfrageergebnisse an. 97 Prozent .............. - der Deutschen kennen Porsche. Ein Traumergebnis!

5.30 Uhr: Ich gehe runter, um die BZ zu holen. Wieder geklaut. Vom Augustinerplatz höre ich die Heavy Metal Band „Tolerance“ proben.

7.30 Uhr: Im Büro ein Stapel Briefe. Schon der erste ist wie eine Ohrfeige.

„Sehr geehrter Herr Sander, Ich finde, die Badische Zeitung hat recht. Sie sind ein konservativer Parteisoldat, ein rabulistischer Rabauke und ein Querulant“.

Zum Glück hat er „Enfant Terrible der Kommunalpolitik“ vergessen.

Ich schlage das Wort „rabulistisch“ im Fremdwörterbuch nach.

8 Uhr: Eine aufmunternde E-Mail aus St. Georgen: „Sehr geehrter Herr Sander, ich bin mir sicher, dass jeder Vernünftige Ihnen am 27. September seine Stimme gibt“.

– Was nützt mir das?

Ich brauche die Mehrheit!

Noch eine E-Mail.

„Sehr geehrter Herr Sander, die CDU macht doch nur Politik für Besserverdienende!“

Ich antworte, dass alle Wähler etwas Besseres verdient haben.
Copy an Sascha Fiek.

9 Uhr: Kerstin Andreae ruft an, und sagt, dass sie keine Erststimmenkampagne für Gernot Erler macht.

Ich verspreche ihr, dafür den CDU-Stadtteilverband Vauban aufzulösen. Der wird den Grünen langsam zu gefährlich.

10 Uhr: Mein erster Gemeindebesuch als Bundestagskandidat im Kaiserstuhl.

Die Bürger sind sehr interessiert. Die zwei häufigsten Fragen:

1. Was tut Daniel Sander für die Winzer?
2. Wer ist überhaupt Daniel Sander?

12 Uhr: Zurück im Büro. Und gleich Ärger mit der Stadt. Die Kanzlerin darf nicht auf dem Münsterplatz sprechen.

Die FWTM bietet uns den Innenhof des Schwarzen Klosters an. Die Toilettenhäuschen für die Bauarbeiter müssten aber frei zugänglich bleiben.

Erst als ich zur Notlüge greife, die Kanzlerin käme gemeinsam mit dem Dalai Lama, wird uns der Rathausplatz zugesagt.

14 Uhr: Endlich Zeit für die Presseschau im Büro. FAZ, BILD, Stuttgarter Zeitung: Kein Wort über den Freiburger Wahlkampf.

Der Spiegel ruft an.
Mein Adrenalinspiegel steigt.
Sie wollen mir ein Abonnement verkaufen. Schade.

15 Uhr: Seniorencafé.

Manche der Senioren halten mich mit 35 Jahren für zu jung für den Reichstag. Ich erkläre ihnen, das der jetzt Bundestag heißt.

Auch mein Einsatz für mehr Betreuung von Kindern unter drei Jahren bekommt wenig Zuspruch. Ich muss dringend konservativer werden.

17 Uhr: Für meinen neuen Video Blog will ich den Wählerinnen und Wählern Erst- und Zweitstimme erklären. Gar nicht so einfach.

Beim Blättern im Obi-Prospekt kommt mir die Idee: Wähle einen, bekomme drei!

18 Uhr: Die EU-Agrarüberschüsse müssen abgebaut werden. Gönne mir deshalb eine doppelte Portion Schäufele mit Kartoffelsalat zum Weißburgunder.

Meine Figur erlaubt das.
19.30 Uhr: Symphoniekonzert im Stadttheater.

Ich traue meinen Augen nicht: 20 Geiger und alle spielen das selbe! Da sehe ich noch Einsparpotential!

20.00 Uhr: Wäre im zweiten Satz beinahe eingeschlafen. Schöne Musik!

Ich twittere gleich eine Kurzkritik.

21 Uhr: Das Konzert ist aus. Ich nehme aus dem Theatercafé noch zwei Flaschen Pils mit und mache mich auf den Heimweg. Die Polizisten im Bermuda-Dreieck grüßen mich freundlich.

Ich kann die Flaschen gerade noch hinter dem Rücken verbergen.

21.30 Uhr: Zwänge mich auf dem Augustinerplatz zwischen Pizza essenden und Gitarre spielenden Jugendlichen durch.

Eine hübsche Studentin lächelt mich an. „Du bist doch der ..... der .... der .... vom Plakat!“

Immerhin.

Ich biete ihr eine Diplomarbeit über politische Kommunikation an.

Vorabdrucke meines Buchs finden Sie an der Kasse neben den CDs der Wunderbaren Band.

Bis nachher!

 

PM Sander BTW



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